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Ossuccio am Comer See

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Ossuccio liegt am Westufer des Comer Sees gegenüber der Isola Comacina und gehört zur Gemeinde Tremezzina. Zwei Kulturziele prägen den Ort: Am Hang steht das Wallfahrtsensemble des Sacro Monte della Beata Vergine del Soccorso, während die Insel archäologische Stätten aus mehreren Epochen bewahrt. Das Antiquarium auf dem Festland ergänzt den Inselbesuch mit Funden aus den Grabungen.

Sacro Monte: Kapellen, Sanktuarium und Pilgerweg

Zum Sacro Monte gehören das Sanktuarium und vierzehn Kapellen aus dem 17. Jahrhundert. Frate Lorenzo Selenato gab den Anstoß zum Bau, den einheimische Familien finanzierten. Die Kapellen stellen die Geheimnisse des Rosenkranzes dar; als Vorbilder dienten die Sacri Monti von Varallo und Varese. Das Ensemble sollte die Pilgerreise ins Heilige Land nachbilden. Seit 2003 gehört es zum UNESCO-Welterbe der Sacri Monti im Piemont und in der Lombardei. Die Kapellen stehen entlang des ansteigenden Weges und verbinden religiöse Bildzyklen mit der Hanglage über dem See.

Das Heiligtum liegt an der Via Santuario; der Eintritt ist frei. Auf dem Ossuccio-Lenno-Abschnitt der Greenway führt der Weg an der romanischen Kirche Santi Giacomo e Filippo vorbei und steigt über das Pflaster der Via Santuario in Richtung Sanktuarium. Danach verläuft die Route durch weitere Dörfer der Tremezzina.

Isola Comacina und ihre archäologischen Zeugnisse

Die Isola Comacina ist die einzige Insel im Comer See und von Ossuccio aus per Boot erreichbar. Sie war bereits in der Antike bewohnt und im frühen Mittelalter befestigt. Nach den Kämpfen zwischen Como und Mailand wurde die Insel 1169 zerstört. Ausgrabungen brachten Funde aus der Römerzeit bis zum 16. Jahrhundert ans Licht. Zu den sichtbaren Überresten zählen Teile der romanischen Basilika Sant’Eufemia mit Fragmenten der Kirchenschiffe, der Krypta und des Portikus sowie Spuren weiterer Sakralbauten. Unter der Kirche San Giovanni Battista wurde ein römisches Marmorkolonnadenfragment entdeckt.

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Das Antiquarium im früheren Hospitalis

Auf dem Festland befindet sich das Antiquarium im früheren Hospitalis de Stabio, einer Herberge für Arme und Pilger, die mindestens seit dem 12. Jahrhundert belegt ist. Das Museum trägt die Namen der Eheleute Luigi Mario Belloni und Mariuccia Zecchinelli. Es zeigt Funde aus mehreren Ausgrabungskampagnen auf der Insel; zur Einrichtung gehören ein Konferenzraum, ein Buchladen und multimediale Räume. Die Adresse lautet Via Giuseppe Somalvico, nahe der Kirche Santa Maria Maddalena mit ihrem markanten Glockenturm.

Das Antiquarium ist von April bis Oktober jeweils Donnerstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Museumseintritt kostet regulär 3 Euro und ermäßigt 2 Euro. Ein Kombiticket für Museum und Insel kostet 6 Euro regulär beziehungsweise 5 Euro ermäßigt. Kinder bis fünf Jahre, Einwohner Tremezzinas sowie Menschen mit Behinderung und ihre Begleitpersonen haben freien Eintritt.

Westuferorte und Wege in Tremezzina

Die Greenway verbindet mehrere Orte am Westufer. Nördlich schließt Tremezzo mit der Villa Carlotta und seinen Uferanlagen an. Am gegenüberliegenden Ostufer liegt Varenna.