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Moltrasio

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Moltrasio liegt am Westufer des Comer Sees, rund neun Kilometer nördlich von Como. Der Ort steigt vom Ufer bis in die Berge an und besteht aus mehreren Ortsteilen, die durch Gassen und Treppen verbunden sind. Zwischen See und Hang liegen Villen, Kirchen und die Spuren des Steinabbaus eng beieinander. Die Höhenunterschiede prägen den Ortsbesuch: kurze Entfernungen auf der Karte können einen steilen Weg bedeuten.

San Martino und Sant’Agata

Die Pfarrkirche SS. Martino e Agata ist seit 1207 belegt. Ihr Altarbild von Alvise Donati stammt aus dem Jahr 1507. Ab 1935 wurden die Piazza San Martino und die heutige Via Roma auf dem Gelände der früheren ponti di Borgo angelegt; zugleich wurde die Kirche erweitert.

Oberhalb des Ortskerns liegt Sant’Agata in Vignola. Ihr ältester Baukern stammt aus dem 11. Jahrhundert und wird den Maestri Comacini zugeschrieben. Später kamen ein Seitenschiff und ein neuer Eingang hinzu. Nach längerer Vernachlässigung diente die Kirche während der Pestepidemien des 17. Jahrhunderts als Lazarett. Bei Restaurierungsarbeiten 2006 traten Teile eines Freskos mit Christus Pantokrator und den Heiligen Rochus und Antonius Abbas zutage; 2016 wurde das hölzerne Renaissance-Kruzifix restauriert.

Steinbrüche und Scala Santa

Der Pizzallo und sein Zufluss Arbusell durchziehen die steilen Ortsteile. In Moltrasio waren 17 Steinbrüche in Betrieb, darunter die Cava del Niasc. Steinmetze lösten Blöcke oder Platten aus dem Fels und bearbeiteten das Material. Schwere Holzschlitten, die carei, brachten die Steine auf eigens angelegten steilen Wegen talwärts. Der Moltrasio-Stein wurde für Mauern, Bodenbeläge, Dächer, Balkone und Treppen verwendet.

An der Scala Santa ist der Transportweg noch an der Bauweise abzulesen. Die gerade, steinerne Treppe verbindet Via Besana mit der Uferstraße. Ein Teil der Oberfläche erleichterte früher das Gleiten der beladenen Schlitten; ein niedrigerer, seitlich angelegter Stufenstreifen schützte Fußgänger vor ihnen und erleichterte den Aufstieg.

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Villen, Wasser und Seeufer

Villa Passalacqua wurde 1756 von Giovanni Battista Lucini Passalacqua erworben. Später ließ sein Sohn Andrea sie durch den Architekten Felice Soave umgestalten; Treppen, Wasserspiele und Gartenterrassen prägen die Anlage. Vincenzo Bellini hielt sich über mehrere Jahre in Moltrasio auf.

Nahe der Piazza Umberto I liegt ein öffentliches Waschhaus am Pizzallo. Es entstand Anfang des 20. Jahrhunderts nach der Eröffnung der kommunalen Wasserleitung und wurde bis in die 1980er-Jahre genutzt. Die Kirchen und Villen in Cernobbio sowie die Kulturziele in Como ergänzen den Ortsbesuch um weitere Ziele am westlichen Seeufer.

Ortsteile und Aufenthalt

Vom Seeufer führen öffentliche Wege in die höher gelegenen Ortsteile. Vier Themenwege widmen sich Wasser, Stein, Geschichte und Panorama; sie greifen damit Besonderheiten auf, die im Ortsbild sichtbar sind. Die Höhenlage ist auch bei der Wahl des Übernachtungsorts wichtig, denn Wege zwischen Ufer, Borgo und Hang umfassen Treppen und steile Abschnitte. Unterkünfte in Moltrasio lassen sich nach ihrer Lage am See oder in den Ortsteilen einordnen, bevor Ausflüge zu Fuß geplant werden.