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Lenno am Comer See: Dorfkern, Kirchen und Punta di Lavedo

Lenno liegt am Westufer des Comer Sees und gehört seit 2014 zusammen mit Tremezzo, Mezzegra und Ossuccio zur Gemeinde Tremezzina. Das Dorf umfasst elf Ortsteile und liegt an den Hängen des Monte di Tremezzo; der Gemeindesitz liegt in Lenno. Die Bucht zwischen Punta di Lavedo und Portezza prägt das Ufer. Kardinal Angelo Maria Durini gab ihr im 18. Jahrhundert den Namen Golf von Venus. Von der Promenade öffnet sich der Blick über das Wasser bis zur Landzunge von Bellagio.

Promenade, Markt und Greenway

Die Uferpromenade verbindet Spazierwege mit Cafés und Restaurants am See. Dienstags vormittags findet dort der Wochenmarkt statt. Lenno liegt ungefähr in der Mitte der leichten Panoramastrecke der Greenway del Lago di Como, die zwischen Colonno und Griante verläuft. Sie folgt teilweise der historischen Antica Strada Regina und verbindet mehrere Orte am Westufer. Von der Uferzone führen alte Wege durch Villa, Campo, Masnate und Molgisio; über von Olivenbäumen gesäumte Pfade geht es weiter zur Abbazia dell’Acquafredda oder zum UNESCO-Welterbe Sacro Monte di Ossuccio.

Campo, Santo Stefano und Baptisterium

Der historische Kern von Campo liegt an der Greenway. Nahe dem See stehen die Kirche Santo Stefano aus dem 11. Jahrhundert und das achteckige Baptisterium San Giovanni Battista.

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Abbazia dell’Acquafredda und Punta di Lavedo

Oberhalb von Lenno liegt die Abbazia dell’Acquafredda. Das Kloster ist seit dem 12. Jahrhundert belegt; der Bau der Kirche begann 1153, ihre Weihe erfolgte 1193. Fresken aus dem 17. Jahrhundert prägen den Kirchenraum. Auf der bewaldeten Halbinsel Punta di Lavedo steht die Villa del Balbianello mit Blick auf den See. An ihrem Platz befand sich seit dem 13. Jahrhundert ein Franziskanerkloster. Kardinal Angelo Maria Durini gestaltete die Villa Ende des 18. Jahrhunderts als literarischen Rückzugsort und ließ die Panoramaloggia errichten. Ihre monumentalen Bögen sind mit Ficus repens begrünt; eine in den Boden eingelegte Windrose unterstützt die Orientierung in der Loggia. Die Loggia beherbergt heute den Musiksaal und eine Bibliothek mit Guido Monzinos alpinistischer und geografischer Sammlung. Die Villa war zuvor Wohnsitz der am Risorgimento beteiligten Familien Porro Lambertenghi und Arconati Visconti sowie der Mäzenin Marie Peyrat und des Generals Butler Ames. Monzino erwarb das Anwesen 1974 und vermachte es 1988 dem FAI. Seitdem betreut der FAI die Villa und bewahrt ihre Räume und Gärten.

Monzinos Expeditionsmuseum im Dachgeschoss zeigt Fahnen, Fotografien und ethnografische Gegenstände, darunter den Schlitten seiner Nordpolexpedition von 1971 und Inuit-Elfenbeinarbeiten. In den Räumen sind neben französischen Möbeln des 18. Jahrhunderts außereuropäische Kunst, Silber, Keramik, Glasmalereien und Beauvais-Wandteppiche zu sehen. Der Garten verbindet geschnittene Gehölze und blühende Beete mit Alleen, Statuen und Aussichtsterrassen. Zu den hervorgehobenen Formschnitten zählt eine schirmförmig gestaltete große Steineiche. Mezzegra liegt als Nachbarort ebenfalls am Westufer. Unterkünfte in Lenno bieten eine örtliche Basis für Uferpromenade, Greenway und die Wege in die Hangorte.